Grabarten

welche Grabmäler gibt es?

Welche Grabmalarten gibt es?

Grabstätten und das passende Grabmal

Das Grabmal dient zur Identifikation des Verstorbenen. Genauso vielfältig wie die Bestattungsarten sind die Grabmäler die das Grab nach der Beerdigung zieren. Wir geben Ihnen einen Überblick. 

Kurze Geschichte des Grabsteins
Stehendes Grabmal
Liegendes Grabmal
Grabkissen
Platten für Urnenwände
Grabkreuz

Grabsteine

Die Geschichte der Grabmäler

Die älteste bekannte Form des stehenden Grabmals ist der Menhir. Auch Hinkelstein genannt geht er wahrscheinlich auf die Jungsteinzeit zurück. Die behauenen, aufrecht stehenden Steine, wurden von Hand bearbeitet. Ihr Alter lässt sich nur schwer bestimmen. Menhire kommen außer der Antartktis und Australien in allen Kontinenten vor. Die bekanntesten sind Stonehedge und ein vermehrtes Vorkommen von Menhiren in der Bretagne.

Nur wenige dieser Menhire trugen damals Kennzeichnungen. Teilweise wurden sie mit Symbolen versehen. Mit der fortschreitenden Christianisierung Europas tauchten immer häufiger christliche Symbole auf den Menhiren auf.

Ansammlung von Hinkelsteinen in der Bretagne

Der Grabstein wie wir ihn heute kennen tritt in Deutschland erst etwa seit dem 19.Jahrhundert in Erscheinung.

Das Grabmal war lange der weltlichen und kirchlichen Oberschicht vorbehalten und hatte vor allem den Zweck den Rang des Verstorbenen zum Ausdruck zu bringen.

Erst in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts setzte sich das Reihengrab wie wir es heute kennen durch. Dadurch wurde auch die Grabsteingestaltung wieder einheitlicher.

Grundsätzlich kann man sagen, dass sich diese über die Zeit immer wieder architektonischen und künstlerischen Strömungen der jeweiligen Epoche anpasste.

 

Grabmal mit Intarsie auf dem Stuttgarter Waldfriedhof, ca.1950

Stehende Grabmäler

Überblick über die Besonderheiten stehender Grabmäler

 

Das stehende Grabmal nimmt prozentual den höchsten Anteil aller Grabmäler in Deutschland ein. Die Formen- und Materialvielfalt, sowie die gute Ablesbarkeit tragen dazu bei. Es kommt in der Regel bei Erbestattungen und Feuerbestattungen zum Einsatz

Die Formen variieren von sehr kleinen Grabmälern oder Grabsteinen für Urnengräber bis hin zu breiten und ausladenden Grabmälern für Familien- und Sammelgräber.

Die Materialvielfalt auf deutschen Friedhöfen wird immer größer.  Ursprünglich vorwiegend aus Naturstein behauene Grabsteine, teilen sich den Friedhof mittlerweile mit Grabmälern, aus Holz, Glas und Metall.

Stehende Grabmäler gibt es in verschiedenen Formen und Größen. Familiengrabmäler sind meistens etwas größer. Oft sind hier auch liegende Formate gewünscht, die durch ihre horizontale Stellung mehr Platz für Schrift bieten.

Urnengräber hingegen sind kleiner als Liegend Gräber. Grabsteine die etwas kleiner sind, passen proportional meist besser zu der kleineren Grabstelle.

Ein klassischer Grabstein für ein Einzelgrab ist in etwa bis 80cm hoch. Jedoch sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. 

Stehendes Grabmal aus Cortenstahl

Welches Grabmal in welcher Größe, Art und Beschaffenheit gestellt werden darf, regeln die Friedhofsverordnungen der jeweiligen Friedhöfe oder Gemeinden. Ebenso die Grabnutzungszeiten der jeweiligen Bestattungsarten, den Öffnungszeiten, die Verhaltensregeln auf dem Friedhof und den Aussegnungshallen und weiteren Räumlichkeiten des Friedhofs. 

Die sich verändernde Trauerkultur macht aber auch bei den Friedhofsverwaltungen und -Verordnungen nicht halt. Viele sind in den letzten Jahren zugunsten mehr gestalterischer Freiheit angepasst worden. Die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltungen sind sich dem zeitlichen Wandel ebenso bewusst und sind in der Regel darauf bedacht, den Wünschen, der Trauernden zu entsprechen.​ Die Friedhofsverordnungen sind in der Regel online einsehbar. 

 

Familiengrabmal auf dem Stuttgarter Waldfriedhof

STATIK

Aufgrund der vertikalen Stellung der Grabmäler ist bei vielen stehenden Grabsteinen ein Fundament notwendig. Dieses kann z.B. bei leichteren Grabmälern, etwa aus Metall, unter bestimmten Vorraussetzungen entfallen.

Aufgrund des großen Gewichts und der daraus resultierenden Verletzungsgefahr ist bei Grabsteinen eine jährliche Standsicherheitsprüfung vorgesehen.

 

Halde auf einem Friedhof mit abgeräumten Grabsteinen

Die Besonderheiten liegender Grabmäler

Liegende Grabmäler

Mit der Zunahme von Urnenbestattungen steigt auch der Anteil der liegenden Grabmäler. Diese nennt man so, weil sie auf das Grab gelegt oder gesteckt werden. Hier gibt es mehrere Unterarten.

Grabplatten

Grabplatten werden zum einen als Abdeckung für Grabmäler benutzt, können aber auch bereits die Inschrift des Verstorbenen oder Grabsprüche enthalten.

Grabplatten haben den Vorteil, dass Sie die Bepflanzung ersetzen und das Grabmal somit deutlich weniger Pflege bedarf.

Auf manchen Friedhöfen ist eine vollständige Versiegelung der Grabfläche durch eine Grabplatte nicht erlaubt, da die Versiegelung den Verwesungsprozess stören kann.

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Mehrlagiges Grabkissen mit Motiv aus farbigem Metall

Grabkissen

Als Grabkissen werden Grabplatten bezeichnet welche einfach nur auf das Grab gelegt oder gesteckt werden. Im Gegensatz zu stehenden Grabsteinen ist in der Regel kein Fundament notwendig.​

Grabmalhalde mit abgebrochenen Grabstein
 

WAS PASSIERT NACH ENDE DER RUHEFRIST?

Ein Grabstein steht meist eine Stelldauer von 20- 25 Jahren auf einem Friedhof. Dann kann die Pacht erneuert werden oder der Grabstein muss rückgebaut werden.

Die Grabsteine werden in der Regel zerkleinert und im Straßenbau genutzt. 

Hierfür entstehen, je nach Art des Grabmals Kosten für den Rückbau so wie die Entsorgung.